Workshop zu Neurodivergenz mit Stephanie Scheubeck

Fr. 13.2 | 20:28
© Melanie Beulich

colours on my body in motion. creating access

24. Februar 2026, 15-17:00, online

Was bedeuten Barrierefreiheit im Kontext von Neurodivergenz und Relaxed Performance? Wie integriere ich diese in meine künstlerische Arbeit?

Die Beratung zielt darauf ab, Barrieren zu identifizieren und abzubauen, mit denen Dein Publikum, Dein Team und vielleicht auch Du selbst als projektbasierte*r freiberufliche*r Künstler*in konfrontiert bist. Wir finden Wege, Barrierefreiheit in Deine künstlerischen Prozesse, Projekte und öffentlichen Veranstaltungen zu integrieren.

Diese Barrieren können viele Formen haben. Während der Produktionsphase beispielsweise die (zeitliche) Struktur des Probenplans, örtliche Begebenheiten der Proberäume oder Formen der Kommunikation. Bezogen auf die Aufführung können diese Barrieren u.a. sensorische Reize wie Licht und Sound, besondere Effekte wie Nebel, inhaltliche Trigger, Sitz- und Publikums Situation und mehr sein.

Neurodivergenz beschreibt Menschen, die außerhalb der neurotypischen Norm stehen und deren Gehirnfunktionen deutlich anders arbeiten als bei neurotypischen Personen. Diese Menschen verarbeiten Informationen anders, lernen anders und reagieren anders, als wir erwarten würden.

„Relaxed Performance“ ist ein Veranstaltungsformat, das berücksichtigt, dass bestimmte Umgebungen, Systeme und Settings Barrieren für Menschen schaffen, weil sie bei ihrer Gestaltung individuelle Unterschiede nicht berücksichtigen. Es richtet sich an ein Publikum, das von einer entspannteren Theater- und Veranstaltungsatmosphäre profitiert. Die Grundsätze des Formats reichen von klaren, verständlichen Vorabinformationen bis hin zum entspannten Umgang mit Bewegungen und Geräuschen aus dem Publikum. Dabei wird eine Atmosphäre des Willkommen-Seins für Menschen erschaffen, die durch die strengen Konventionen in Aufführungsräumen ausgeschlossen werden: zum Beispiel Menschen im Autistischen Spektrum, mit Tourette, mit Lernschwierigkeiten oder chronischen Schmerzen. Aber auch schlicht diejenigen, die sich in einer inklusiveren Umgebung wohlfühlen. (siehe: https://diversity-arts-culture...)

In der Beratung loten wir aus, ob und auf welche Art dieses Format für Deine Arbeit passend ist.

Zur Person

Stephanie Scheubeck ist eine neurodivergente Künstlerin mit verschiedenen Formen von Synästhesie, bei der ein Sinnenreiz oder Konzept gleichzeitig und unfreiwillig einen zweiten Sinnenreiz/Konzept auslöst. So nimmt sie u.a. Klänge & Musik, ihren Körper und Gerüche als mit Texturen versehene Farb-Formen wahr, die in und um ihren Körper herum angeordnet sind. Stephanie forscht künstlerisch-praktisch zu der Verbindung von Synästhesie, Tanz und Embodiment. Sie erhielt ihren Master in Dance mit Auszeichnung von der Bath Spa University (2017, GB). Zuvor studierte sie Musiktheater, Neuen Tanz und Physical Theater Dance in Freiburg und Berlin. 2016 bildete sie sich zum Somatic Practitioner weiter. Stephanies Tanz- und digitale Performances, preisgekrönte Videokunst-Filme sowie audiovisuelle Installationen sind stark von ihren eigenen synästhetischen Erfahrungen geprägt und werden international gezeigt. 2018 gründete sie Sound & Colour Production, welche die Synästhesie als ein Beispiel für die Vielfalt der Wahrnehmung in der Gesellschaft durch Kunst und Forschung bekannt macht.

www.soundandcolourproduction.com