tanzwuchs#9 Okt 2025

by: Anabel Becker

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Better together! Better together? Are we better together? And if yes, what is better together? Who is better together? Who are we better with? What are we better together at? Aren’t we good enough on our own? Are we better off alone? Diese Fragen und viele weitere wirft die Performance „Better together“ der Choreografin Liesbeth Van Loo und ihren Performerinnen Vanessa Thüring und Katharina Gonska auf.

Eine kleine Lampe steht im Fokus der Aufmerksamkeit und leuchtet stets, bevor Bewegung auf der Bühne des SÜDUFERs passiert. Sie erzeugt eine gemütliche, vertraute, ja fast nächtlich verschworene Atmosphäre. Der Lichtkegel ist auf das zu Geschehende gerichtet, auf den einfach gehaltenen hölzernen Schreibtisch und die Tastatur darauf. Diese ist für die Performerin Katharina Gonska das Medium zur Übertragung von Text in Textur, die vielfältige Realitäten im Raum anordnet. Die Tasten sind gleichzeitig das Medium, durch dessen tönendes Anschlagen Kontakt in eine virtuelle Welt aufgenommen wird.

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Erst zögerlich und verhalten, dann immer schneller und nahezu konzertiert fliegen die Finger der Performerin Katharina Gonska über die Klaviatur. Klack, klack, klackklackklackklack. Vanessa Thüring, für den Blick des Publikums als KI erlebbar, lässt ihre Hände im Rhythmus des Tastenkonzerts über ihren Rücken gleiten. Katharina Gonska, zunächst überrascht über ihre machtvolle Entdeckung, entwickelt sich zur Eingabevirtuosin und steuert die Tasten und die KI immer selbstbewusster. Schließlich entsteht ein vertrautes Gespräch zwischen dem Menschen und der KI, sie scheinen einen gemeinsamen Erfahrungshorizont zu haben. Woher rührt die Vertrautheit zwischen den beiden? Pflegen sie schon länger ein Verhältnis oder fungiert die KI als Erinnerung an eine vergangene Bekanntschaft? Ist sie Illusion? Ist sie Ausdruck eines Mangels oder die Lücke von etwas Abhandengekommenem?

Verlust kann Löcher offenlegen, die zuvor mit Liebe gestopft wurden. Der Kontakt zu einer KI ist die Verheißung eines Endes der Einsamkeit. Hier wird der Eingabebutton auf der Tastatur zum Sündenapfel der KI und dessen potenzieller Fleischwerdung.

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Die KI wird schlussendlich durch einen Knopfdruck auch für Katharina Gonska greifbar: Die Performer*innen stehen sich zum ersten Mal in der realen Welt gegenüber. Das Stück endet, doch die Ungewissheit bleibt, wie sich Beziehungen zwischen der materialisierten KI und dem Menschen gestalten werden.

Better together? In some ways. Better alone? In some ways.