© Jennifer Rohrbacher

Workshops

Das Tanznetz Freiburg organisiert Workshops im Bereich rund um Produktionen (Stückdramaturgie und -entwicklung etc.) und sowie andere nützliche Themen rund um die professionelle Selbstständigkeit (Antragstellung, KSK, etc.) für freischaffende Künstler*innen des Zeitgenössischen Tanzes.

Unser Gesellschafter bewegungs-art hostet Workshops in Zeitgenössischen Tanzpraktiken, die Tanzkunst verfeinern: Zeitgenössische und andere Tanztechniken, Floor Work, Contact Improvisation, Instant Composition, Skinner Releasing Technique, Voguing, Tanz & Sprache, Rhythmus im Tanz, usw. und Workshops zu Tanz in Teilhabe, die in Tanzvermittlung schulen.

Demnächst

Fr. 13.2 | 17:33

Workshop zu Neurodivergenz mit Stephanie Scheubeck

© Melanie Beulich

colours on my body in motion. creating access

24. Februar 2026, 15-17:00, online

Was bedeuten Barrierefreiheit im Kontext von Neurodivergenz und Relaxed Performance? Wie integriere ich diese in meine künstlerische Arbeit?

Die Beratung zielt darauf ab, Barrieren zu identifizieren und abzubauen, mit denen Dein Publikum, Dein Team und vielleicht auch Du selbst als projektbasierte*r freiberufliche*r Künstler*in konfrontiert bist. Wir finden Wege, Barrierefreiheit in Deine künstlerischen Prozesse, Projekte und öffentlichen Veranstaltungen zu integrieren.

Diese Barrieren können viele Formen haben. Während der Produktionsphase beispielsweise die (zeitliche) Struktur des Probenplans, örtliche Begebenheiten der Proberäume oder Formen der Kommunikation. Bezogen auf die Aufführung können diese Barrieren u.a. sensorische Reize wie Licht und Sound, besondere Effekte wie Nebel, inhaltliche Trigger, Sitz- und Publikums Situation und mehr sein.

Neurodivergenz beschreibt Menschen, die außerhalb der neurotypischen Norm stehen und deren Gehirnfunktionen deutlich anders arbeiten als bei neurotypischen Personen. Diese Menschen verarbeiten Informationen anders, lernen anders und reagieren anders, als wir erwarten würden.

„Relaxed Performance“ ist ein Veranstaltungsformat, das berücksichtigt, dass bestimmte Umgebungen, Systeme und Settings Barrieren für Menschen schaffen, weil sie bei ihrer Gestaltung individuelle Unterschiede nicht berücksichtigen. Es richtet sich an ein Publikum, das von einer entspannteren Theater- und Veranstaltungsatmosphäre profitiert. Die Grundsätze des Formats reichen von klaren, verständlichen Vorabinformationen bis hin zum entspannten Umgang mit Bewegungen und Geräuschen aus dem Publikum. Dabei wird eine Atmosphäre des Willkommen-Seins für Menschen erschaffen, die durch die strengen Konventionen in Aufführungsräumen ausgeschlossen werden: zum Beispiel Menschen im Autistischen Spektrum, mit Tourette, mit Lernschwierigkeiten oder chronischen Schmerzen. Aber auch schlicht diejenigen, die sich in einer inklusiveren Umgebung wohlfühlen. (siehe: https://diversity-arts-culture...)

In der Beratung loten wir aus, ob und auf welche Art dieses Format für Deine Arbeit passend ist.

Zur Person

Stephanie Scheubeck ist eine neurodivergente Künstlerin mit verschiedenen Formen von Synästhesie, bei der ein Sinnenreiz oder Konzept gleichzeitig und unfreiwillig einen zweiten Sinnenreiz/Konzept auslöst. So nimmt sie u.a. Klänge & Musik, ihren Körper und Gerüche als mit Texturen versehene Farb-Formen wahr, die in und um ihren Körper herum angeordnet sind. Stephanie forscht künstlerisch-praktisch zu der Verbindung von Synästhesie, Tanz und Embodiment. Sie erhielt ihren Master in Dance mit Auszeichnung von der Bath Spa University (2017, GB). Zuvor studierte sie Musiktheater, Neuen Tanz und Physical Theater Dance in Freiburg und Berlin. 2016 bildete sie sich zum Somatic Practitioner weiter. Stephanies Tanz- und digitale Performances, preisgekrönte Videokunst-Filme sowie audiovisuelle Installationen sind stark von ihren eigenen synästhetischen Erfahrungen geprägt und werden international gezeigt. 2018 gründete sie Sound & Colour Production, welche die Synästhesie als ein Beispiel für die Vielfalt der Wahrnehmung in der Gesellschaft durch Kunst und Forschung bekannt macht.

www.soundandcolourproduction.com

Di. 24.2 | 16:00
Une session en ligne enseignera les bases de l'audiodescription et du travail sans barrières avec et pour les personnes aveugles.
So. 1.3 | 12:00
Dans la partie présentielle de l'atelier, les participants découvriront les différents types et possibilités de l'audiodescription intégrée et les mettront en pratique dans le cadre d'exercices concrets.

Workshop künstlerische Audiodeskription

© Serhii Semichev

Einführungsworkshop künstlerische Audiodeskription

mit Mella Hambrecht und Charlotte Arens

In organisatorischer Verantwortung von com.dance e.V. Katja Gluding. In Kooperation mit dem Tanznetz Freiburg, E- Werk Freiburg, Bewegung-Art Freiburg e.V.

Teil 1: Online-Termin: Di 24.02.2026 von 16:00 - 17:30

In Online-Termin werden Grundlagen zu Audiodeskription und barrierearmer Arbeit mit und für blinde Menschen vermittelt.

Teil 2: In Präsenz : 01.03.2026 Südufer Freiburg, Haslacher Straße 41 von 12:00 bis 16:00

Im Präsenzteil des Workshops werden Spielarten und Möglichkeiten der integrierten Audiodeskription vermittelt und in praktischen Übungen selbst erprobt.


Maximale Teilnehmer*innenzahl: 15

Der Workshop ist kostenfrei-Spenden werden erbeten

Anmeldung bis zum 23.02.2026  an com.dance@gmx.de


Bitte bequeme Kleidung und warme Socken mitbringen.

Zur Person

Charlotte Arens (sie/ihr, sehend) ist freischaffend im Bereich Performance und Theater tätig und gerne an Schnittstellen unterwegs: Dramaturgie, Kuration, Audiodeskription, Social Justice, Performance, Text. Seit 2022 entwickelt sie im Team Audiodeskriptionen für Performance, Tanz und Theater (für: Ensemble Divers, zeitraumexit, Mousonturm, Nationaltheater Mannheim, Companie M. ). In ihrer dramaturgischen und künstlerischen Arbeit beschäftigt sie sich u.a. mit Methoden der künstlerischen Audiodeskription in Tanz und Performance (mit Britt Hatzius, Jana Mila Lippitz und t.i.a. dance).

Zur Person

Mella Hambrecht (sie/ihr, blind, mit (Assistenz)Hund Edward) arbeitet als Koordinatorin für Barrierefreiheit am Künstler*innen Haus Mousonturm in Frankfurt. Freiberuflich entwickelt sie klassische, kreative und integrierte Audiodeskriptionen, arbeitet im Bereich der Access Dramaturgie und aesthetics of access. Außerdem berät sie zu Themen wie Sensibilisierung, Accessibility, blinde Wahrnehmung. Sie ist Teil eines Künstler:innen-Netzwerks, das zu integrierter Audiodeskription und Aesthetics of Access forscht und leitet einen Round Table für blinde und sehbeeinträchtigte AD-Autor*innen.

Barcamp-Methode mit Johanna Dangel

© Guillaume Musset

"Proben hierarchiearm strukturieren?!"

Die Barcamp-Methode als Werkzeug für einen gleichberechtigten künstlerischen Arbeitsprozess

05. März 2026, 16-20:00, SÜDUFER Freiburg

Der Workshop lädt ein, darüber nachzudenken, wie wir zusammenarbeiten; Im Mittelpunkt steht dabei das Kennenlernen der Barcamp-Methode. Nach einem theoretischen Input folgt eine gemeinsame Experimentierphase, in der die Methode auf den künstlerischen Probenprozess übertragen und praktisch erprobt wird. Die gemachten Erfahrungen werden anschließend gemeinsam reflektiert und evaluiert. Der Workshop richtet sich an Künstler*innen, die regelmäßig in Gruppen arbeiten und neue Impulse für kollektive künstlerische Arbeitsprozesse suchen.

Zur Person

Der Workshop lädt ein, darüber nachzudenken, wie wir zusammenarbeiten; Im Mittelpunkt steht dabei das Kennenlernen der Barcamp-Methode. Nach einem theoretischen Input folgt eine gemeinsame Experimentierphase, in der die Methode auf den künstlerischen Probenprozess übertragen und praktisch erprobt wird. Die gemachten Erfahrungen werden anschließend gemeinsam reflektiert und evaluiert. Der Workshop richtet sich an Künstler*innen, die regelmäßig in Gruppen arbeiten und neue Impulse für kollektive künstlerische Arbeitsprozesse suchen.

Workshop Geschlecht & sexuelle Orientierung Joh Sarre

© Melanie Beulich

„Diskriminierung erkennen, anti-diskriminierend Handeln, Fokus: Geschlecht & sexuelle Orientierung“

21. April 2026, 14-16:15, online

Diskriminierung begegnet uns manchmal offensichtlich, oft aber subtil – im privaten Umfeld, in Sprache, in Strukturen oder auch in unserem professionellen und künstlerischen Tun. Oft stellt sich dann die Frage: Was tun, wenn ich Diskriminierung bemerke? Und was, wenn ich sie noch nichtmal bemerke?

In diesem Workshop erwirbst oder vertiefst du Wissen zu den Themen Gender und sexuelle Orientierung, reflektierst deine "Schubladen im Kopf" und erarbeitest im Austausch mit anderen konkrete Handlungsmöglichkeiten, Diskriminierung privat und/oder beruflich entgegenzuwirken. Input, Selbstreflexion, Austausch und praktische Übungen werden sich abwechseln. Der Fokus liegt auf Geschlecht und sexueller Orientierung - wir schauen uns aber auch an, welche Wechselwirkungen es mit anderen Ungleichheitsverhältnissen gibt, Stichwort: Intersektionalität.

Der Workshop findet online per Zoom statt. Du brauchst kein Vorwissen, nur Lernbereitschaft :) Zur Teilnahme empfiehlt sich ein Computer mit Internet, Lautsprecher/Kopfhörer & Mikro sowie einen Ort, an dem du sprechen und zuhören kannst. Workshop-Sprache ist deutsche Lautsprache. Nach ca. 1 Stunde machen wir eine Pause von 10-15min. Falls du etwas bestimmtes brauchst oder noch etwas wissen möchtest, um gut teilnehmen zu können, schreib mir (Joh) gerne unter sarre@posteo.de

Zur Person

Joh Sarre (— / they) arbeitet freiberuflich u.a. mit Workshops zu LSBTIQ+ empowerment, Diversitätskompetenz & Anti-Diskriminierung.

Johs Arbeit basiert auf verschiedensten Aus- und Fortbildungen (Promotion in Afrikawissenschaften & Kultur- und Sozialanthropologie, systemisches Coaching, Gewaltfreie Kommunikation, Dance-Fight-Grow, Wheel of Consent, Hospiz-Begleitung uvm.), auf johs gelebter Erfahrung als queere, mehrfach-privilegierte Person in verschiedensten sozialen und kulturellen Kontexten sowie auf der langjährigen, kritischen Beschäftigung mit Differenz, Ausschlüssen und Machtverhältnissen. Johs Herz schlägt schneller wenn es gelingt, (Lern)Räume zu schaffen, an denen die unterschiedlichsten Menschen gut teilhaben und voneinander lernen können. Joh übt sich in Fehlerfreundlichkeit, Stand-Up-Paddeln und Vorurteile verlernen. Mehr über Joh Sarre unter www.joh-sarre.de

Kooperationen & PowerSharing mit Artists of Color mit Malayika Mbassè

Kooperationen & PowerSharing mit Artists of Color

Die Kunst der Machtkritik – als Gegenpol zu rassistischen Strukturen

19. Mai 2026, 15:00 - 17:00, online

Der Workshop Die Kunst der Machtkritik setzt sich mit rassistischen Strukturen auseinander und versteht Machtkritik als künstlerische und gesellschaftliche Praxis. Im Mittelpunkt stehen das Erkennen von Machtstrukturen, das bewusste Wahrnehmen der eigenen Position(en) und Rolle(n) sowie solidarisches Handeln. Ausgehend von den politischen und philosophischen Wurzeln rassistischer Systeme – exemplarisch am Antischwarzen Rassismus – werden Wege der Selbstreflexion, Konzepte wie Critical Whiteness und Möglichkeiten von PowerSharing in Kunst und Kultur erarbeitet, mit besonderem Fokus auf die freie Tanzszene. Reflexionsübungen begleiten den Workshop und laden dazu ein, die Inhalte mit der eigenen künstlerischen und professionellen Praxis zu verbinden.

Zur Person

Vergangen

TRANSFORMER Workshop

© Daniela Schroll

Ein Workshop zu Körper, Poesie & (Pop-)Musik von Mira Mann

Ein Workshop im Rahmen der Austauschresidenz „for exchange+“ - eine Kooperation von Tanzzentrale Nürnberg, Tanztendenz München, dem EinTanzHaus Mannheim, dem Schwindelfrei Mannheim, dem Produktionszentrum Tanz + Performance e.V. Stuttgart, CONdance e.V. Bamberg und Tanznetz Freiburg. Die drei interdisziplinär arbeitenden Künstler*innen Alina Belyagina, Olena Polianska und Mira Mann aus München widmen sich zwei Wochen lang ihrem Wahlthema „The mechanic of support“. Vom Körper ausgehend entwickeln wir in dem dazugehörigen Workshop gemeinsam Texte, Klänge und performative Räume. Dieser interdisziplinäre Workshop richtet sich an alle Interessierten an Tanz, Theater Literatur und Bildender Kunst. Vorkenntnisse sind nicht nötig.

Dieser Workshop wird in Kooperation mit unseren Gesellschaftern von bewegungs-art e.V. ermöglicht.

Über den Workshop

Mira Manns Praxis beginnt mit dem Körper und entwickelt daraus Texte, Musik und Performance. Sie tut dies so konsequent, vielleicht auch, weil es sie vor

besondere Herausforderungen stellt. Seit ihrer Jugend lebt sie mit Multipler Sklerose, einer unheilbaren Nervenkrankheit, die bei jedem Betroffenen sehr unterschiedliche Symptome hervorruft. Ihre eigene Krankheit ist eine grundlegende Realität ihrer Arbeit und ihres Antriebs. Sie prägt ihre Wahrnehmung und die Art und Weise, wie sie mit der Welt in Kontakt kommt. Für sie ist das Erfinden neuer Systeme und das Zeigen von Verletzlichkeit ermächtigend und alternativlos.

Als Lyrikerin - seit 2019 hat sie vier Gedichtbände im Kölner Traditionsverlag Parasitenpresse veröffentlicht - interessiert sie sich besonders für die performative poetische Kraft von Worten und die besonderen Bedeutungsräume, die sie entfalten, wenn sie mit Musik und Körpern in Berührung kommen.

Im Workshop-Format gibt sie mitunter einen Überblick über den Stand des literarischen Wissens zum Zusammenspiel von Körper- und Textproduktion und leitet anhand konkreter Beispiele die Arbeit der Teilnehmenden an. Gemeinsam mit ihr erproben die Teilnehmer*innen verschiedene Möglichkeiten körperbezogener Textproduktion und nehmen sich Zeit für einen ganz persönlichen Deep Dive in Körper-Text-Musik-Verbindungen (Teil 1).

Im Anschluss daran greifen sie auf das entstandene Textmaterial zu und schaffen dafür klangliche und performative Räume. Die Gruppe bedient sich alltäglicher Klänge und einfacher chorisch gesungener und gesprochener Module. Auch bei den performativen Elementen bleiben wir im Alltag und arbeiten mit Gesten und ganz allgemeinen Tanzbewegungen. Auf diese Weise werden die Teilnehmer*innen und Mira gemeinsam Wege finden, das Private mit dem Politischen über verschiedene Disziplinen hinweg zu verbinden, wobei der Körper immer im Mittelpunkt steht.

Literatur:

  • Siri Hustvedt: Die zitternde Frau, Rowohlt, 2010
  • Bregje Hofstede: Die Wiederentdeckung des Körpers, Oktaven, 2020
  • Selma Kay Matter: Muskeln aus Plastik, Hanser Berlin, 2024
  • Olivia Laing: Every Body, Bob, 2024

Über Mira Mann

Mira Mann arbeitet transdisziplinär in den Bereichen Poesie, Musik und Performance. Sie

setzt sich auf radikal persönliche Weise mit Sex, Krankheit, Mutterschaft und Gewalt auseinander. In ihrer Arbeit bringt sie gängige Rollenklischees und gesellschaftliche Zuschreibungen zum Klingen und schafft Verbindungen zwischen Akteur*innen verschiedener Genres, wobei sie bewusst die Grenzen zwischen sogenannter Hoch- und Subkultur überschreitet.

Ihre kuratorische und künstlerische Praxis erforscht die Grenzen geschlossener Systeme und sucht nach unerwarteten Feedbackschleifen. Grundlegend für ihre Arbeit ist die Verbindung von künstlerischer und kuratorischer Praxis mit Vermittlungsformaten.

Registrierung

Der Workshop ist offen für alle Interessierten. Zur Anmeldung sende bitte eine E-Mail mit dem Betreff „Transformer-Workshop“ an presse@tanznetz-freiburg.de und gib Deinen vollständigen Namen und Deine Kontaktdaten (E-Mail/Telefon) an. Der Anmeldeschluss ist der 15. September 2025 und die Teilnehmer*innenzahl ist auf 12 begrenzt. Bitte teilen Sie uns in dieser E-Mail mit, was Sie brauchen, um teilnehmen zu können, und wir werden unser Bestes tun, um es möglich zu machen! Bitte beachte, dass für den Workshop ein kleiner Unkostenbeitrag von insgesamt 10 Euro erhoben wird. Die Überweisungsdaten erhältst du dann bei der Anmeldung.

Tanzschreibworkshop

© Jennifer Rohrbacher

Workshop: Schreiben über Tanz – Nachwuchs trifft Freie Szene

Im Rahmen von tanzwuchs #9 laden wir schreibinteressierte Nachwuchstalente zu einem dreitägigen Workshop ein, der sich dem Schreiben über Tanz in all seinen Facetten widmet. Tanz ist Bewegung - und er bewegt uns. Aber wie können wir das in Worte fassen?

Ob Rezension, kreativer Text, Essay oder experimentelle Form – wir wollen gemeinsam ausprobieren, wie sich Bewegung in Sprache übersetzen lässt. Die Teilnehmenden besuchen die Abendvorstellung von tanzwuchs #9, in der sechs Kurzstücke der Freien Tanzszene präsentiert werden. Auf dieser Basis entstehen individuelle Texte über die gezeigten Arbeiten – mit Raum für eigene Perspektiven, Fragen und Formate.

Begleitet wird der Workshop von erfahrenen Schreibcoach*innen und Tanzvermittler*innen. Ziel ist es, neue Stimmen im Bereich Tanzjournalismus und -vermittlung zu fördern – und ihnen eine Plattform zu geben. Eine Auswahl der Texte wird anschließend hier auf der Tanznetz Freiburg Webseite veröffentlicht.

Was wir bieten:

  • Dreitägiger Workshop mit Inputs, Textarbeit & Feedback
  • Freier Zugang zur Vorstellung von tanzwuchs #9
  • Veröffentlichung auf der Tanznetz Freiburg Homepage

Teilnahmevoraussetzungen:
Du hast Lust am Schreiben, Interesse an Tanz und keine Angst vor weißen Seiten. Vorkenntnisse im Schreiben über Tanz sind nicht erforderlich – Neugier genügt.

Teilnahme kostenlos.
Die Zahl der Plätze ist begrenzt auf 12 Teilnehmer*innen.

Programm:

Freitag, 10. Oktober:

  • 13:00: Willkommen
  • 14:00 – 17:00: Input Essayistic writing von Thaddäus Maria Jungmann

Samstag, 11. Oktober:

  • 14:00 ­ 17:00: Input Performance Analysis von Dr. Jutta Krauß
  • 19:00 ­ 20:00: tanzwuchs #9-Vorstellung

Sonntag, 12. Oktober:

  • 10:00 ­ 13:00: Schreibwerkstatt
  • 13:00 ­ 14:00: Mittagspause
  • 14:00 ­ 17:00: Schreibwerkstatt
  • 19:00 ­ 20:00: tanzwuchs #9-Vorstellung (optional)

Donnerstag, 16. Oktober:

  • Textabgabe

Dieser Workshop wird in Kooperation mit unseren Gesellschaftern von bewegungs-art e.V. ermöglicht.

Essayistic writing

Wie lässt sich über etwas schreiben, das sich der Sprache entzieht? Gerade gesehen – schon wieder verschwunden. In diesem Workshop bekommst du Tools an die Hand, wie du gegen die Flüchtigkeit von Bewegung anschreiben kannst. Ausgangspunkt ist die klassische Kritik – doch wir dürfen uns davon wegschreiben, fluider werden, Formate verschieben und neue Fragen stellen: Wie viel Distanz braucht ein guter Text? Was bedeutet Objektivität im Schreiben – und braucht es sie überhaupt? Wie lebendig darf, wie künstlerisch muss eine Kritik sein?

Gemeinsam erkunden wir Schreibformen, die nicht festhalten, sondern mitschwingen. An ausgewählten kurzen Video-Beispielen üben wir, Phänomene zu benennen und potenzielle Interviewfragen zu entwickeln. Der Workshop richtet sich an alle, die Lust haben, sich schreibend mit Tanz und Performance auseinanderzusetzen – ganz gleich, ob erste Texte entstehen oder langbewährte Techniken hinterfragt werden wollen. Die entstandenen Beiträge können nach Absprache auf einem Blog veröffentlicht werden. Der Workshop findet in deutscher Lautsprache statt. Wenn ihr individuelle Bedarfe habt, meldet euch gerne im Vorfeld!

Über Thaddäus Maria Jungmann

Thaddäus Maria Jungmann studierte Szenische Künste in Hildesheim sowie Musical in Osnabrück. Thaddäus lebt als freiberufliche*r Performer*in und Dramaturg*in in Köln, wo dey sich momentan im Masterstudiengang Tanzwissenschaft – mit Auslandsaufenthalt in Bern/Expanded Theater – befindet. Außerdem ist dey als Journalist*in bei den beiden Fachzeitschriften Theater der Zeit und tanz tätig. Über das Schreiben kam Thaddäus zuletzt zur Entwicklung von künstlerischen Audiodeskriptionen für blindes und sehbehindertes Publikum am tanzhaus nrw.

Performance Analyse

Wie können berührende Körper in Bewegung in begreifbare Begriffskörper übersetzt werden? Wie kann ein dynamisches und ephemeres Tanzereignis in Worten stillgelegt werden, ohne dass es starr und statisch erscheint? Ausgehend von der Methode der Aufführungsanalyse werden in dem Workshop Zugangsweisen aufgezeigt, um tänzerische Ereignisse begrifflich begreifbar zu machen. Von der eigenen Verortung und dem eigenen Berührtsein ausgehend sollen Begegnungen mit Tanzereignissen stattfinden, die Fragen ermöglichen, die Fragen offenlassen und die zu möglichen Antworten auffordern, die nicht festschreiben, sondern mit dem Tanz in eine Wechselwirkung treten. Die in einem Tanzereignis den Zuschauer*innen entgegengebrachten Bedeutungen sollen in mögliche Deutungen übersetzt werden, die sich dann in einem Text über den Tanz wiederfinden, so dass das Berührtsein für andere nachvollziehbar dargelegt wird.

Während des Workshops werden Möglichkeiten, wie über Tanz geschrieben werden kann aufgezeigt, um damit die eigene sprachliche Verkörperung von und über Tanz zu finden. Ausgehend von exemplarischen tänzerischen Ereignissen werden mögliche Momente des eigenen Berührtseins herausgefiltert, um diese als Ansatzpunkt für eine Text-Tanz-Response zu nehmen. Konkrete Schritte des Berührtseins vom Tanz, des Sprechens über den Tanz bis hin zum Schreiben über und mit dem Tanz werden im Workshop aufgezeigt.

Alle Zuschauer*innen, die ein Tanzereignis nicht nur anschauen, sondern schreibend in eine Wechselwirkung mit ihm treten wollen, sind herzlich zum Workshop eingeladen, um Texte als Response auf die Tanzereignisse beim Tanzwuchs 2025 zu verfassen. Nach Absprache können diese auf einem Blog dazu veröffentlicht werden. Auf individuelle Bedarfe wird während des Workshops gerne eingegangen.

Über Dr. Jutta Krauß

Dr. Jutta Krauß ist Tanzwissenschaftlerin, Dramaturgin, Dozentin und Lehrerin. Sie absolvierte ein Studium der TanzKultur an der Philosophisch-humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität Bern/Schweiz und ein Lehramtsstudium an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Sie ist Mitglied in der Gesellschaft für Tanzforschung und war von 2021-2023 erste stellvertretende Vorsitzende. Ihre Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind: Zeitgenössischer Tanz mit Theoremen von Körper und Kostüm, Gender Performances auf der Bühne sowie kulturelle Übersetzungen und Vermittlungskonzepte.

Anmeldung

Bitte sende zur Anmeldung eine Email mit dem Betreff „Schreibworkshop“ an presse@tanznetz-freiburg.de und gebe darin deinen vollen Namen und deinen Kontakt (Email/Telefon) an. Anmeldeschluss ist der 26. September 2025. Die Teilnehmer*innenzahl ist auf 12 Personen begrenzt. Teile in dieser Mail gerne mit, was du brauchst, um teilnehmen zu können und wir werden uns Mühe geben, es möglich zu machen! Auch die beiden Dozierenden vor Ort gehen auf individuelle Bedürfnisse ein.